Hochbahn: Social-Media-Team alles andere als „social“

U-Bahn-Station HafenCity
U-Bahn-Station HafenCity - Bildnachweis: fsHH / Pixabay

Es hört nicht auf: die Hochbahn tut derzeit alles dafür, dass man aus dem Kopfschütteln nicht herauskommt. Mittlerweile greift sogar das Social-Media-Team seine Community verbal scharf an.

Dass die Hochbahn mit den Corona-Regeln so ihre Probleme hat und sich auch öffentlich gerne darüber hinwegsetzt, ist mittlerweile ja bekannt. Anstatt die Kritik hieran ernst zu nehmen, wird sie kurzerhand einfach gelöscht. Digitale Zensur ist schließlich einfach, ein paar Klicks genügen, und kritische Meinungen sind wie von Zauberhand verschwunden.

Vermutlich aufgrund der wiederholten Kritik, die mittlerweile auch von Dritten aufgegriffen wurde, versucht die Hochbahn wohl, etwas an ihrem Image zu polieren und hat sich medienwirksam der Maskenpflicht verschrieben.

Dazu hat die Hochbahn auf ihrer Facebook-Seite einen entsprechenden Beitrag veröffentlicht:

Facebook

Mit dem Laden des Beitrags akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Facebook.
Mehr erfahren

Beitrag laden

Es ist nun mal so, dass die Maskenpflicht gilt – dennoch gibt es viele kritische Stimmen hieran. Nicht nur aus der Bevölkerung, auch aus der „Fachwelt“. Ärzte kritisieren die Vorschrift und warnen vor trügerischer und geringerer Sicherheit.

Sogar der Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery hat die in ganz Deutschland geltende Maskenpflicht aufs Schärfste kritisiert. Er kritisierte auch, dass Landesregierungen das Tragen einfacher Masken wie auch die Verwendung von Schals oder Tüchern für den Atemschutz als ausreichend bezeichnen. Eine Pflicht zum Tragen von Schals oder Tüchern vor dem Gesicht sei sogar „lächerlich“.

Vor diesem Hintergrund ist es natürlich nicht verwunderlich, dass sich unter dem Beitrag der Hochbahn auch kritische Stimmen finden. Die große Mehrheit teilt zwar die (angebliche) Ansicht der Hochbahn, aber auch die Kritiker melden sich eben zu Wort. Zur Erinnerung: dieses Recht garantiert unser Grundgesetz jedem. Das darf man in der aktuellen Zeit nicht vergessen.

Die Reaktion des Social-Media-Teams hierauf: alles andere als angemessen:

Screenshot der Antwort des Social-Media-Teams auf Kritik
Screenshot der Antwort des Social-Media-Teams auf Kritik – Bildnachweis: privat

Hut ab – nicht nur, weil die Hochbahn angeblich keine „Aluhüte zum Verteilen“ hat, sondern weil dieser scharfe Angriff auf Andersdenkende alles ist, aber nicht „social“. Und natürlich lässt die Hochbahn es sich auch nicht nehmen, festzustellen, dass die Meinung derer, die von ihrer eigenen abweicht, sie „nicht interessiert“.

Jeder, der also eine Meinung hat, die sich nicht mit der Meinung der Hochbahn deckt, wird pauschal als „Aluhut-Träger“ in eine Ecke gestellt: in dieser Ecke finden sich normalerweise Verschwörungstheoretiker oder anderweitig „minderbemittelte“ Personen.

Für die Hochbahn reicht es aber schon, eine andere Meinung zu haben, um in eben diese Ecke gestellt zu werden. Eine meiner Meinung nach extrem heftige Reaktion eines Teams, das eigentlich dafür da ist, die Community, zu der ja überwiegend die Kunden der Hochbahn zählen, zu moderieren. Aber nicht, um diese anzugreifen, zu verunglimpfen oder zu beleidigen.

Ebenfalls erstaunlich an dieser Antwort ist der Teil „[…] und keine außerhalb der öffentlichen Ordnung stehende Organisation“. Ein Schelm, wer dabei unweigerlich an die Aussage der Hochbahn denkt, dass sie ihren Mitarbeitern sehr wohl erlaubt, sich über die Corona-Regeln hinwegzusetzen. Oder wer dabei an ihren Pressesprecher denkt, der sich für ein Interview mit dem NDR erstmal die Maske abnimmt…