Hamburger Querdenker vor dem Aus?

Anmelderin bei der offiziellen Eröffnung
Anmelderin bei der offiziellen Eröffnung - Bildnachweis: news-photo.de

Die Gründerin der Hamburger Querdenker, Selina Fullert, hat ihren Ausstieg aus der Initiative bekannt gegeben. Zur Nachfolge wurde nichts bekannt, so dass derzeit davon auszugehen ist, dass die Hamburger Querdenker faktisch aufgelöst sind.

In einer Pressemeldung vom 1. Mai hat die Gründerin von QUERDENKEN 40 – Hamburg, so die „offizielle“ Eigenschreibweise, mitgeteilt, dass sie sich ab sofort zurückzieht. Begründet wird der Rückzug zum einen damit, dass es die Plattform der Hamburger Querdenker als solche nicht mehr benötigt, da die Hamburger mittlerweile wissen, wo und wie sie ihre Kritik anbringen können.

Zum anderen beschwert Fullert sich darüber, dass sie, ihrer Auffassung nach zu Unrecht, unter Generalverdacht gestellt wird. Hintergrund dürfte die Meldung sein, dass der Verfassungsschutz die Querdenker-Szene bundesweit – also auch in Hamburg – unter Beobachtung gestellt hat.

Zuletzt bedankt sie sich für die bisherige Unterstützung und die gute Zusammenarbeit mit der Polizei:

[…] Nach über einem Jahr musste ich feststellen, dass die Repressalien für legale Demonstrationen
immer härter werden. Die Städte, als auch der Bund stellen mich, als Initiatorin unter
Generalverdacht Verfassungsfeindlich zu agieren und kriminalisieren uns nahezu.

[…]

Weiterhin werde ich weder für den Hamburger Senat noch für den Verfassungsschutz als Zielscheibe
für falsche Verdächtigungen fungieren. Ich bitte sowohl den Hamburger Senat als auch den
Verfassungsschutz Hamburg sich doch wieder den realen Verbrecher*innen in der Stadt anzunehmen
und ihren Fokus auf die zu lenken, die der Verfassung tatsächlich schädlich sein könnten.

[…]

Ich danke allen Menschen aus dem Querdenken- 40 Team und den Menschen, die diese Initiative aus
dem Hintergrund unterstützt haben. Auch danke ich der Polizei Hamburg für eine gute
Zusammenarbeit. Hamburg bleibt aktiv und hält weiter zusammen. […]

Pressemeldung von Selina Fullert

Fullert hat in Hamburg bisher Demonstrationen organisiert, bzw. stand als Anmelderin zur Verfügung und war quasi das Gesicht des Hamburger Ablegers der ursprünglich aus Stuttgart stammenden Protestaktion.

Auf der Website der Hamburger Bewegung findet sich bisher noch keine offizielle Information, Fullert ist dort auch noch im Impressum angegeben und das auf ihren Namen eröffnete Konto ist dort hinterlegt.

Das zeigt, dass die Nachfolge offensichtlich noch nicht geregelt ist und die Entscheidung, die Bewegung zu verlassen, vermutlich eine direkte Reaktion auf die Ankündigung des Verfassungsschutzes gewesen sein dürfte.